Steinheimer Familien und Generationenzentrum in Trägerschaft der evang. Kirchengemeinde Steinheim am Main

orgelworkshop

 

Pneumatische Orgel von Förster & Nikolaus - 1910

Die nahezu original erhaltene Orgel der evangelischen Kirche in Steinheim wurde 1910 von der 1842 gegründeten Orgelbauanstalt Förster & Nikolaus gebaut, die das Instrument bis zum heutigen Tage betreut.

Die Orgel ist, dem damaligen Stand der Technik entsprechend, mit pneumatischer Spiel- und Registertraktur gebaut, d.h. jegliche Übertragung zwischen Taste am Spieltisch bis zu den Ventilen unter den Orgelpfeifen, sowie auch die Schaltung der Register, wird  nicht mechanisch, sondern durch Luftdruck gesteuert.

Die Orgel verfügt über 9 klingende Register (Klangfarben) verteilt auf zwei Manuale (Hand-Klaviaturen) und Pedal (Fußklaviatur),  drei feste Register-Kombinationen -Piano, Mezzoforte, Forte-- und 5 Koppeln, mit welchen die Klaviaturen untereinander aneinander gekoppelt werden können; sowie Suboktavkoppel und Superoktavkoppel, wodurch zu den gespielten Klaviertasten jeweils die Pfeifen eine Oktave tiefer (Sub-) oder höher (Super-) mitangespielt werden können.

Die klingenden Register in 8-Fuß*, 4-Fuß und im Pedal 16-Fußlage, wobei die grundtönigen 8-Fußregister, dem spätromatischen Geschmack von 1910 entsprechend, überwiegen. Höher und schärfer klingende Register, wie in der Barockzeit üblich, sind nicht vorhanden. Ein 2-Fußregister kann aber bei dringendem Bedarf durch die (allerdings nicht ausgebaute) Superoktavkoppel simuliert werden; umgekehrt können durch die (ebenfalls nicht ausgebaute) Suboktavkoppel zum Oberwerk weitere 16-Fußregister simuliert werden.

Die Register sind wie folgt auf die mit den Klaviaturen angespielten Werke verteilt: 16- und 8-Fuß im Pedal; dreimal 8-Fuß und ein 4-Fuß im Hauptwerk (unteres Manual) und zweimal 8-Fuß und ein 4-Fuß im leiseren Oberwerk. Typisch romantisch sind Hauptwerk und Oberwerk (entgegen dem barockem Prinzip gleichstarker Werke) nicht gleichstark, sondern unterschiedlich stark konzipiert, so dass die kräftigeren Stimmen im Hauptwerk vereint sind, und das Oberwerk im Vergleich zum Hauptwerk insgesamt immer deutlich leiser erklingt.

Eine typische Besonderheit der pneumatischen Orgeln ist auch die Funktion des "automatischen Pianopedals": Pneumatisch gesteuert wird die Pedalregistrierung automatisch dem mit den Händen gespielten Manual in der Lautstärke angepasst. So dass bei nur Erklingen des leiseren Oberwerks auch das Pedal praktischerweise automatisch nur noch mit dem leiseren Register (Subbass 16') erklingt.

Die Disposition der Klangfarben ist wie folgt:

Pedalwerk: Subbass 16', Violonbass 8'
Hauptwerk: Principal 8', Hohlflöte 8', Gamba 8', Oktave 4'
Oberwerk: Salicional 8', Lieblich Gedeckt 8', Flauto dolce 4'
Koppeln: Manualkoppel, Koppel Hauptwerk-Pedal, Koppel Oberwerk-Pedal, Suboktavkoppel zum Oberwerk, Superoktavkoppel im Hauptwerk.

Die Register "Violonbass", "Gamba" und "Salicional" sind eher streichende -eng mensurierte**- Register, während "Hohlflöte", "Lieblich gedeckt" und "Flauto dolce" (die süße, weiche Flöte) eher weich klingende Register sind. Die kräftigsten Register sind "Principal 8" und "Oktave 4".

Äußerlich entspricht die Orgel ebenfalls dem Geschmack um die Wende zum 20. Jahrhundert: Der Prospekt (die Schauseite) ist neugotisch gestaltet:
Die drei sichtbaren Pfeifenfelder sind in gotischen Spitzbögen angeordnet dazwischen wie bei einer gotischen Kathedrale spitze vergoldete Säulchen zur Verzierung und Betonung der Vertikalen. Dies passt ausgezeichnet in den ebenfalls neugotischen Entwurf der Steinheimer evangelischen Kirche.

Gerald Eisfeldt

*Erklärung für Fußlage:
Die Tonlage der Orgelpfeifenregister wird in "Fuß" ausgedrückt. Wobei die Länge der längsten (d.h. tiefsten) Pfeife C maßgeblich ist. Ein Register in 16- Fuß-Lage ist also klanglich eine Oktave tiefer als ein vergleichbares Register in 8-Fuß-Lage. Ein Register in 4-Fuß-Lage klingt entsprechend eine Oktave höher als ein 8-Fuß-Register.

** Erklärung "eng mensuriert":
Orgelpfeifen haben unterschiedliche Baumaße - die Mensuren (Länge, Durchmesser, etc). "Eng mensuriert" bedeutet, dass die Pfeifen einen geringeren ("engeren") Durchmesser haben als "weit mensurierte" Pfeifen.

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