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Dekanat / Rödermark

Sonja Mattes: neue Herausforderung in der Ausbildung von Pfarrer*innen

Pfarrerin Sonja und Pfarrer Oliver Mattes in einer Kirchenbank in der Evangelischen Petruskirche Urberach

Neue berufliche Seiten schlägt das Rödermärker Pfarrehepaar Sonja und Oliver Mattes auf: Die kommissarische Dekanin des fusionierten Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau geht in die Kirchenverwaltung der EKHN in Darmstadt, ihr Mann Oliver wird mit voller Stelle Pfarrer der Urberacher Petrusgemeinde.

Veränderung ist angesagt in der Urberacher Petrusgemeinde und dem Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau: Ab Mai ist die kommissarische Dekanin und Pfarrerin Sonja Mattes neue Referentin für theologische Ausbildung in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Damit dreht sich das Personalkarussell auch in den Rödermärker Kirchengemeinden.

von Christine Z i e s e c k e

Zum 1. Mai wechselt die Theologin in die Kirchenverwaltung am Darmstädter Paulusplatz und begleitet dort Theologiestudierende, Vikarinnen und Vikare durch die umfangreiche Ausbildung. Sonja Mattes ist dann zuständig für alle Ausbildungsangelegenheiten ab dem Moment, in dem sich jemand entscheidet, in den Pfarrdienst zu gehen: Das reicht von den beiden theologischen Examina und Prüfungsvorbereitungen bis hin zur drängenden Frage: Wo und wie bekommen wir eigentlich Menschen für diesen Beruf her? „Dazu werden wir uns in Zukunft viel einfallen lassen müssen“, freut sie sich auf die neue Herausforderung.

Pfarrer Oliver Mattes: ab Mai mit ganzer Stelle in Urberach

Sonja Mattes Ehemann, Pfarrer Oliver Mattes, wird künftig mit ganzer Stelle Pfarrer für die Evangelischen in der Urberacher Petrusgemeinde sein und damit die halbe Pfarrstelle seiner Frau übernehmen. Das bedeutet, dass seine bisherige zweite halbe Stelle in Ober-Roden neben der vollen Stelle von Pfarrer Carsten Fleckenstein neu ausgeschrieben wird.

Oliver Mattes war 2004 als Pfarrer in die beiden evangelischen Kirchengemeinden von Rödermark gekommen. Zu der Zeit arbeitete seine Frau Sonja noch in Bruchköbel. Im November 2008 bewarb auch sie sich – motiviert durch den Kirchenvorstand und durch Perspektiven für ihre mittlerweile einjährige Tochter Anna - auf die zweite halbe Stelle in Urberach. „Wir waren beide sehr skeptisch gegenüber der neuen Aussicht, als Ehepaar auch als Gemeindepfarrer zusammenzuarbeiten. Kann man Beruf und Privates verbinden und doch trennen? Aber wir wurden durch die Realität absolut positiv überrascht“, staunt Sonja Mattes heute noch, „es ist ein echter Gewinn!“. 

Sonja Mattes hatte sich ehrenamtlich im Synodalvorstand engagiert, war seit 2014 stellvertretende Dekanin im Dekanat Rodgau. Seit dem Weggang von Dekan Carsten Tag in den Vorstand der Diakonie Hessen im Januar 2020 leitete sie den Kirchenkreis und in den vergangenen Monaten auch das fusionierte Dekanat Dreieich-Rodgau kommissarisch. „Mein Mann hat mir immer den Rücken freigehalten.“ Zum 1. Mai beginnt mit dem Langener Pfarrer Steffen Held ein neuer gemeinsamer Dekan sein Amt. Pfarrerin Sonja Mattes hat sich aus vielen sehr interessanten Angeboten für die Stelle in Darmstadt entschieden.

Kirchenvorstand als positiv antreibender Motor

„Die Petrusgemeinde hat uns sehr geprägt; es ist eine ganz kreative und besondere Gemeinde. Der Kirchenvorstand war immer positiv antreibender Motor für uns. Gerade auch nach der Geburt unseres Sohnes Anton hat sich unser Leben hier als Familie entwickelt“, lobt Sonja Mattes voll Überzeugung. Viele Projekte lagen in den vergangenen 13 Jahren in den Händen des Pfarrehepaars und der Ehrenamtlichen in der Gemeindeleitung: die Kirchensanierung 2016, die Familienarbeit durch Gründung neuer Krabbelkreise oder der „Kirche für die Allerkleinsten“, Familienfreizeiten und gemeinsame Ausflüge, und letztlich die tatkräftige Unterstützung des ökumenischen „Rödermärker Brotkorb“.

Innovation und 260 Ehrenamtliche als Markenzeichen

Für alle Seiten bereichernd war auch die gute enge Zusammenarbeit mit dem Netzwerk für Flüchtlinge in Rödermark vor allem ab 2015. Frauenfrühstück, Reformationsjubiläum, neue Formen in der Erwachsenenbildung, Pilgerangebote, Vortragsreihen, neue Gottesdienstformen etwa zum Valentinstag oder Taizé-Gottesdienste und vor allem in der Corona-Zeit digitale Gottesdienste fallen ebenso in ihre Urberacher Zeit wie die Strukturänderung hin zur Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ober-Roden. Sie umfasst vielfältige Bereiche von der Verwaltung bis zur Konfirmandenarbeit. Ihr Fazit: „Dankbar sind wir der Gemeinde, die immer etwas Neues vorgeschlagen und unterstützt hat.“ Nicht ganz zufällig stehen derzeit rund 260 Ehrenamtliche in der Mitarbeiterliste der Petrusgemeinde.

Hoffnung auf Präsenzgottesdienst zum Abschiednehmen

„Weil unsere Kinder, die unbedingt hier in Urberach wohnen bleiben wollen, inzwischen groß genug dafür sind und weil wir auch wieder darauf warten, auf zwei vollen Stellen zu wirken“, freuen sich beide auf die neuen Aufgaben. Ihre große Hoffnung: dass bis zum 1. Mai Gottesdienste zur Verabschiedung in Ober-Roden und Urberach möglich sind. Und gelegentlich können die Urberacher Sonja Mattes auch wieder „zuhause“ erleben: Sie hat sich um einen Predigtauftrag für vier Gottesdienste jährlich natürlich für die Petrusgemeinde beworben.

 


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