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Stilles Erinnern und Gedenken zur Zerstörung der neuen Steinheimer Synagoge vor 82 Jahren

Aufgrund der Corona Hygiene-Schutzbestimmungen findet am 10. November kein gemeinsames Gedenken an der neuen Synagoge in Steinheim zu den Ereignissen am Novembermorgen 1938 stattfinden und kann auch nicht gemeinsam an die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger Steinheims an ihrem letzten selbstgewählten Wohnort erinnert werden.

Doch wird es in Form eines stillen Gedenkens geschehen, in dem im Laufe des Tages an allen Stolpersteinen, am Friedensdenkmal, am alten und am neuen jüdischen Friedhof eine weiße Rose niedergelegt wird.

Es darf nicht vergessen werden, dass am 10. November 1938 gegen 10.00 Uhr auch in Steinheim die neue Synagoge, wie auch Geschäfte von jüdischen Bürgerinnen und Bürger zerstört wurden. Eine von der SA Brigade 50 (Starkenburg) am 10. 11. 1938 um 3:00 Uhr angeordnete Sprengung oder in Brand Setzung der Synagoge unterblieb lediglich, da sich in dem Haus auch die Wohnung des christlichen Hausmeisters der jüdischen Gemeinde befand.

Die Mitglieder des jüdischen Gemeindevorstands Hermann Herz, Jakob Oppenheim, Nathan Selig und Arthur Meyer wurden noch am gleichen Tag festgenommen und am nächsten Tag ins Konzentrationslager Buchenwald gebracht. Hermann, Arthur Meyer und Nathan Selig mussten dort miterleben, wie Jakob Oppenheim gehängt wurde. Sie selbst kamen später frei, weil sie im 1. Weltkrieg Frontkämpfer waren.

Der noch immer herrschende Antisemitismus und Rassismus zeigen, wie wichtig es ist die Erinnerung daran wach zu halten und intensiv zu bedenken, wie, wo und warum sie immer wieder in unserem Alltag herrschen. Gilt es Demokratie aktiv zu verteidigen!

Mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen, der Verlegung von „Stolpersteinen“ einem Kunstprojekt des Künstlers Gunter Demnig und der symbolischen Widerherstellung des alten Jüdischen Friedhofs hat die Initiative in den vergangenen 13 Jahren die Erinnerung im Alltag wach gehalten und sich zugleich entschieden jeglichem Rassismus und Ausgrenzungen von Menschenmutig entgegengestellt. So hat die Initiative auch 2014 die unwürdigen Zustände in der Flüchtlingsunterkunft in der Ludwigstraße 60 durch einen offenen Brief an den Steinheimer Ortsbeirat in die öffentliche Diskussion gebracht und hat sich daraus die Ökumenische Flüchtlingshilfe Steinheim (ÖFS) entwickelt. Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann sich an Pfarrerin der Evang. Kirchengemeinde Heike Zick-Kuchinke wenden. Spenden für die Arbeit der Initiative können gerichtet werden an: Evangelische Kirchengemeinde,  Konto-Nr. 5511097 bei der Frankfurter Volksbank BLZ 50190000.

 


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