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Pfarrer Hellmann sagt "Adieu"

Über 30 Jahre lang "Träumen zu Händen und Füßen verholfen"

Gruppenbild zum Abschied: (v. l.) Dekanatspräses Bernhard Rücker, die Pröpstin für Starkenburg, Pfarrerin Karin Held, Pfarrerin Sylvia Schäfer-Hellmann, Pfarrer Detlef Hellmann, die Vorsitzende des Klein-Auheimer Kirchenvorstands, Birgit Schönfeld, und der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag.

Gleichermaßen festlich und herzlich verabschiedeten die örtliche Evangelische Kirchengemeinde und die Pröpstin für Starkenburg, Karin Held zusammen mit zahlreichen Fest- und Ehrengästen aus Kirche und Welt den langjährigen Klein-Auheimer Gemeindepfarrer Detlef Hellmann in den Ruhestand.

Es war der vierte Advent 1987, als das junge Pfarrehepaar Detlef Hellmann und Sylvia Schäfer-Hellmann in der Klein-Auheimer Erlöserkirche vom damaligen Propst Reinhard Walter ordiniert wurde und seine erste Pfarrstelle im Hanauer Stadtteil. „Heute, knapp 31 Jahre später, schließt sich für Sie, lieber Herr Hellmann, dieser Kreis“, sagte die Pröpstin für Starkenburg, Pfarrerin Karin Held. Im Namen der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) entpflichtete sie den heute 63-jährigen Geistlichen von seinem Dienst in der Gemeinde und segnete ihn für die neue Zeit des Ruhestands.

Im Verlauf des Gottesdienstes, den auch der Dekan des Evangelischen Dekanats Rodgau, Pfarrer Carsten Tag, mitgestaltete, sowie des anschließenden Empfangs fand die Wertschätzung vieler engagierter Dienstjahre ihren Platz:

„31 Jahre Pfarramt - das ist eine Ära, in der wohl alles von A bis Z einmal vorgekommen ist“, resümmierte die Pröpstin zuvor die Dienstjahre des Pfarrers und Kommunikationsprofis, dessen Interesse neben der Theologie unter anderem auch der Medienarbeit, der Kommunikation und der Rhetorik galt. „Das hat Ihnen geholfen, einen allzu pastoralen Kanzelton zu vermeiden.“ Dabei sei Detlef Hellmann auch immer ein Grenzgänger gewesen - zwischen dem frommen Milieu seiner Jugend im CVJM und modernen Konzepten offener Gemeindearbeit, zwischen Kirche und Internet, zwischen den Generationen und auch zwischen Landeskirchengrenzen.

Einige dieser Aspekte hob Pfarrer Hellmann selbst im Rahmen seiner Abschiedspredigt noch einmal hervor - und wurde dabei auch sein Talent deutlich, großes Engagement mit großem Pragmatismus zu verbinden: Seien es die vielen Angebote und Gruppen für Kinder und Jugendliche, sei es die musikalische Gemeindearbeit mit Jugendband und Chor, sei es das „Kerchekaffee lebenswert“, dass zwei Jahre lang nicht nur leckeren Kuchen, sondern auch einen niedrigschwelligen Zugang zu kirchlichen Angeboten bot: „Ich weiß nicht, wie viele Konzepte wir ausprobiert haben“, um zu bieten, was die Generationen einer wachsenden Stadtteilgemeinde brauchten. Und gleichzeitig „muss man auch Projekte beenden können, bevor sie anfangen, peinlich zu werden.“

Darüber hinaus würdigten zahlreiche Ehrengäste im Rahmen ihrer Grußworte die Bereitschaft Detlef Hellmanns für Innovation und Zusammenarbeit: Vor allem in den letzten Jahren hatte der Gemeindepfarrer seine Leidenschaft für die technischen Aspekte der Nachhaltigkeit entdeckt, war selbst mit seinem markanten rot-gelben Elektroauto in und um Klein-Auheim unterwegs und vermittelte den Konfirmand*innen auf regionalen Konfitagen die Zusammenhänge zwischen alternativen Antrieben von solar bis Wasserstoff sowie den Zusammenhang mit dem biblischen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren.

Dass sich Detlef Hellmann nie nur als Pfarrer seiner Kirchengemeinde begriff, würdigte der Präses des Evangelischen Dekanats Rodgau, Bernhard Rücker, in seinem Grußwort: Allein 20 Jahre Mitarbeit in der Region als Dekanatsjugendpfarrer gäben ein beredtes Zeugnis; auch die Mitarbeit am Modellprojekt „Gemeindepädagogischer Dienst“ im Dekanat sowie an der gemeindeübergreifenden Trägerschaft für evangelische Kindertagesstätten in der Region gäben Anlass „für großen Dank und Hochachtung“.
Im Namen der Kolleginnen und Kollegen aus dem Pfarrdienst schloss sich  die Seligenstädter Pfarrerin Leonie Krauß-Buck an: „Jetzt gehst du tatsächlich, und ich find’s doof“, würdigte sie vor allem die reibungslose Kollegialität des künftigen Ruheständlers und seine Expertise in allen praktischen Lebensfragen. „Du bist wie ein großer Bruder gewesen, und ich hoffe, dass du das bleibst.“ Für das gemeindepädagogische Team dankte Claus Ost unter anderem „für deine Solidarität über Berufsgrenzen hinweg“.

„Du hast Träumen zu Händen und Füßen verholfen“, meinten die Pfarrerinnen Heike Zick-Kuchinke und Dorothee Best-Trusheim, die zusammen mit Kirchenvorsteher*innen aus der Steinheimer Nachbargemeinde die Abschiedsbühne betreten hatten. Detlef Hellmann habe geholfen, den Kooperationsraum „Stein-Auheim“ mit Leben zu füllen. Im Namen die eigene Gemeinde dankte Kirchenvorsteherin Gudrun Jäger für „31 Jahre Begegnung auf Augenhöhe“.

Hellmanns Verdienste um die Ökumene würdigten seitens der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul Pfarrer Lukasz Zafera sowie Peter Franz und Hans Schwab für den Pfarrgemeinde- und den Verwaltungsrat. Hanaus Stadtrat Heinz Münch, der Klein-Auheimer Ortsvorsteher Sascha Feldes („Die Gemeinde ist mit ihrem Pfarrer gewachsen.“) und Pfarrer Dr. Merten Rabenau vom Trägerkreis kirchlicher Kindertagesstätten reihten sich ebenfalls in den Grußwortreigen ein.


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