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Ökumene

„Überhört die Hähne nicht…“- Gottesdienst mit anschließendem Stadtgang zur ehemaligen neuen Steinheimer Synagoge

Am Sonntag, den 10. November findet um 10.00 Uhr in der Evang. Kirche Steinheim/M ein ökumenischer Gottesdienst mit dem Titel „Überhört die Hähne nicht…“ (Mk 14,66 ff) zum Tag des Gedenkens an die Novemberpogrome statt.

Die Verleugnung eines Rabbi in dessen schwerster Zeit durch seinen eifrigsten Schüler vor 2000 Jahren und die mangelnde Solidarität, das fehlende Eingreifen der Menschen christlicher Zivilisation gegenüber massenweiser staatlich ausgeübter Kriminalität und Brutalität an jüdischen Menschen vor 81 Jahren sollen auf dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse gemeinsam bedacht werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst erfolgt ein Stadtgang an den Stolpersteineinen entlang hin zur ehemaligen neuen Steinheimer Synagoge in der Ingelheimstr. 12. Dort wird ihrer gewaltsamen Zerstörung sowie von Geschäften und Einrichtungen in Steinheim/M vor 81 Jahren noch einmal gedacht.

Der Terroranschlag von Halle hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass Wachsamkeit alleine nicht mehr ausreichen, um Jüdinnen und Juden, Geflüchtete, Migrant*innen sowie vermeintlich „Andere“ und „Fremde“ zu schützen und die Demokratie zu verteidigen! Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit gilt es entschieden und solidarisch entgegen zu wirken.

Es ist und bleibt nicht allein eine Frage des Aufgebots an Sicherheitskräften, unsere Freiheit und individuelle Unversehrtheit zu schützen, sondern jede und jeder ist aufgerufen, sich dafür selbst zu engagieren.

Der Gottesdienst wie auch das anschließende Stadtgang und das Gedenken von Mitgliedern der Steinheim Ökumene und der Initiative „Runder Tisch Erinnern und Gedenken“ getragen. Die Initiative ist ein Zusammenschluss von dem ökumenischen Arbeitskreis der Kath. Kirchen St. Nikolaus und St. Johann-Baptist, der Evang. Kirche Steinheim/M, von Bürger*innen Steinheims, und dem Steinheimer Heimat- und Geschichtsverein e.V.

Mit Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen, der Verlegung von „Stolpersteinen“ einem Kunstprojekt des Künstlers Gunter Demnig und der symbolischen Widerherstellung des alten Jüdischen Friedhofs hat die Initiative in den vergangenen 12 Jahren die Erinnerung im Alltag wach gehalten und sich zugleich entschieden jeglichem Rassismus und Ausgrenzungen von Menschen mutig entgegengestellt. So hat die Initiative auch 2014 die unwürdigen Zustände in der Flüchtlingsunterkunft in der Ludwigstraße 60 durch einen offenen Brief an den Steinheimer Ortsbeirat in die öffentliche Diskussion gebracht und hat sich daraus die Ökumenische Flüchtlingshilfe Steinheim (ÖFS) entwickelt. Wer die Arbeit unterstützen möchte, kann sich an Pfarrerin der Evang. Kirchengemeinde Heike Zick-Kuchinke wenden. Spenden für die Arbeit der Initiative können gerichtet werden an: Evangelische Kirchengemeinde,  Konto-Nr. 5511097 bei der Frankfurter Volksbank BLZ 50190000.


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